Jahreshauptversammlung des Hegerings Warstein

Recht turbulent begann jetzt die Jahreshauptversammlung des Hegerings Warstein. Bürgermeister Manfred Gödde hatte eine hitzige Debatte angestoßen. Das brisante Thema: Verbissschäden und wie die Jäger dagegen vorgehen.

“Ich bin nicht nur Chef von 28 000 Einwohnern sondern auch von 500 Hektar kommunalen Wald. Wir haben enorme Schäden durch Wildverbiss, von zehn nachgepflanzten Buchen nach Kyrill sind acht angefressen. Das Vermögen unserer Stadt wird dadurch geschmälert. Das kann und darf nicht sein. Putzt eure Flinten und schießt mehr“, forderte Gödde.

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“Jäger” widersprechen den Bürgermeistern

Von der Hegegemeinschaft im Bild festgehalten: Übervolle Tröge in Rüthen. Foto @ DerWesten

Die Hegegemeinschaft Arnsberger Wald widerspricht der Klage der Bürgermeister aus Rüthen, Warstein und Brilon über einen ihrer Ansicht nach zu hohen Rotwildbestand in ihren Revieren. „Man hat die Geister selbst gerufen”, sagt Lorenz Bohle, Vorsitzender der Hegegemeinschaft.

Wenn in der Stadt Rüthen „nachweislich dem Rotwild im Januar tonnenweise Rübenschnitzel angeboten werden, darf man sich nicht wundern, wenn sich an den vollen Trögen (unnatürlich große) Rudel von Rotwild einfinden“ Denn der Hirsch als Herdentier legt auf der Suche nach Äsung gern große Strecken zurück. Das zusätzlich benötigte Raufutter suchen sich die Tiere dann natürlich in der Umgebung der Futterstelle. Sie schälen die Rinde der Bäume und richten damit (lokal) große Schäden an.

Das Land NRW erlaubt nur Grassilage und Heu als Fütterung, was Fachleute für das Wild in der Winterruhe als völlig ausreichend erachten. Rübenfütterung ist grundsätzlich verboten.

Die Hegegemeinschaft lädt die drei Bürgermeister zur Mitarbeit ein, um die offenbar auf einem Informationsdefizit beruhenden Probleme in Gesprächen zu lösen.

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Bürgermeister kontra Jäger

Die steigende Wilddichte wird nach Ansicht der Stadtoberhäupter von Rüthen, Warstein und Brilon zum Problem. Foto: Ted Jones @ DerWesten

Die Stadtoberhäupter von Rüthen, Warstein und Brilon kritisieren die Jagdbehörden. Peter Weiken (Rüthen), Manfred Gödde (Warstein) und Franz Schrewe (Brilon) beklagen, dass zu wenige Tiere in den heimischen Wäldern abgeschossen werden – obwohl die Städte als Eigentümer der Waldflächen höhere Abschussquoten fordern.

Es gibt zu große Wildbestände, die es sich auf den nach „Kyrill“ verjüngten Flächen schmecken lassen. Allein im Forst auf Rüthener Stadtgebiet werden über 200 Stück Rotwild vermutet. Geschossen wurden nur 38: „Ein Missverhältnis“, sagt Rüthens Bürgermeister Peter Weiken. Die waldreichen Städte Rüthen, Warstein und Brilon fürchten um finanzielle Einbußen durch die Schäden, die durch das Wild im Wald entstehen: „Das geht aus den Fugen“, meint Weiken.

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